Ob in Wirtschaft, Wissenschaft oder Verwaltung, die meisten Prozesse erfordern heute einen unterbrechungsfreien Betrieb, das heißt eine höchstmögliche Verfügbarkeit an (firmeneigenen) Daten. Die Verfügbarkeitsklassen für Rechenzentren und IT-Einrichtungen werden mit dem Tier-Rangfolgekonzept definiert.
Der englische Begriff Tier bedeutet dabei so viel wie Rang. Den höchsten Standard bieten Produkte der Klasse Tier IV mit einer Verfügbarkeit von 99,991 Prozent. Viele Systeme werden diesem Anspruch bereits mehr als gerecht und garantieren gar eine Verfügbarkeit von 99,999 Prozent. Das entspricht einer maximalen Downtime der Systeme von weniger als fünf Minuten und 16 Sekunden im Jahr.
Ein ganzheitliches Klimatisierungskonzept und eine bedarfsgerechte Auslegung der Klimaanlagen sind wichtig für eine hohe Verfügbarkeit von IT-Anlagen. Dabei müssen Raumausbau und Anordnung der IT-Infrastruktur ebenso berücksichtigt werden wie die Verteilung der Wärmelasten und die Gestaltung der Luftführung.

Raumtuning als Soforthilfe
Der Neu- oder Ausbau des Rechenzentrums kann ein Unternehmen vor große planerische und technische Herausforderungen stellen, da viele Parameter wie Klimazone, Raum, Umwelt- und Lärmschutz sowie Sicherheit berücksichtigt werden müssen.
Oft ist es daher sinnvoller, stattdessen die bestehende IT-Infrastruktur durch ein „Raumtuning“ an die aktuellen Anforderungen anzupassen. Dazu sollte zunächst eine Analyse der vorhandenen IT-Infrastruktur stattfinden, um die bestehenden Betriebsbedingungen zu erfassen. Viele kritische Zustände lassen sich danach schon durch die Optimierung der Luftverteilung abstellen. Dabei sind vor allem die Abfuhr der Wärmelasten, also die durch die Server entstandene Hitze, sowie die Ausnutzung möglicher Energieeinsparungspotenziale zur Betriebskostensenkung der IT-Landschaft von Bedeutung.
Klimasysteme, die den speziellen Erfordernissen eines Datencenters nicht gerecht werden, können hohe Kosten verursachen und bieten daher ein enormes Einsparungspotenzial. Eine regelmäßige Anpassung der Klimatechnik ist aufgrund der dynamischen Entwicklungen im IT-Bereich unumgänglich.

Freie Kühlung sorgt für Energieeffizienz
Indirekte Freikühlungsinstallationen wie die traditionelle Umluftklimatisierung bieten ein Höchstmaß an Flexibilität, da sich über den Doppelboden nahezu alle Teile eines Raumes gleichmäßig mit Zuluft versorgen lassen. Redundante Systeme sorgen zudem für höchste Verfügbarkeit und einen wirtschaftlichen Betrieb. Insbesondere in kalten und gemäßigten Klimazonen bietet Freie Kühlung das größte Einsparungspotenzial. Doch da die moderne Informations- und Kommunikationstechnik immer kleiner, schneller und leistungsfähiger wird, können punktuelle Wärmelasten entstehen, die traditionelle Umluftsysteme nicht beherrschen. Hierfür bietet sich die Kombination traditioneller Umluftklimatisierung mit wassergekühlten Serverracks an. Damit bleibt die hohe Flexibilität der Umluftklimatisierung für weniger stark belastete Komponenten erhalten, während die hohen Wärmelasten in den Racks direkt an das Kaltwassersystem übergeben und sicher abgeführt werden. Eine solche Präzisions-Klimatisierung sorgt für gleichbleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die für die Sicherheit und Verfügbarkeit der IT-Systeme unumgänglich sind.

Sicherheit und Verfügbarkeit durch Modularität
Ob betriebssicheres Rechenzentrum oder sicherer Serverschrank, beides sollte möglichst modular aufgebaut sein. Modularität bietet nämlich ein großes Maß an Flexibilität, sei es beim Um- oder Abbau, beim Transport oder der Neuaufstellung. Für die durchgängige Sicherheit und Verfügbarkeit der IT-Systeme spielen neben der bereits erwähnten gleichbleibenden Temperatur und Luftfeuchtigkeit noch zahlreiche andere Faktoren eine entscheidende Rolle. Eine ausreichend sichere und unterbrechungsfreie Stromversorgung, eventuell mit externer Notstromversorgung, ist ebenso wichtig wie eine ausreichende Brandvorsorge, -detektion und -reaktion. Auch dem Schutz gegen Fremdzugriff kommt eine immense Bedeutung zu. Zugriffsgeschützte Verschluss-Systeme, netzwerküberwachter Rack-Zugang oder gar die biometrische Datenerfassung können hier Abhilfe schaffen. Die IT-Module beziehungsweise die Architektur sollte mit Hilfe eines zentralen Monitoring- und Managementsystems überwacht werden. Um gegenseitige Beeinflussung zu vermeiden, sollten zudem Strom- und Datenkabel getrennt voneinander geführt werden. Wie jedes technische System brauchen auch Rechenzentren Pflege. Regelmäßige Inspektionen und Wartungen sichern nicht nur Verfügbarkeit und Energieeffizienz, sondern in weiterer Folge auch Wirtschaftlichkeit