Daten sind der Treibstoff der digitalen Revolution von Diensten und Produkten – Cloud-Computing, Big Data, Internet of Things und Industrie 4.0 die dazugehörenden Schlagwörter. Dienste und Produkte werden digitalisiert und halten Einzug in alle Bereiche unseres Lebens und nicht zuletzt in die Unternehmen selbst.

Wie die Industrialisierung damals, stellt heute die Digitalisierung viele Unternehmen auf die Probe. Das merken nicht nur Automobil- oder Telekommunikationskonzerne, die von Google bzw. von WhatsApp und zahlreichen anderen Kommunikations-Services herausgefordert werden. 

Mass-Customization statt Massenproduktion

Während mit der Industrialisierung die Fertigung die Stadtzentren verließ, kehrt Sie mit der Digitalisierung wieder in diese zurück. Digitale Fertigungstechniken ermöglichen es KMU, komplexe Produkte in kleinen Serien auf wenig Platz und mit deutlich geringerem Aufwand lokal zu produzieren – 3D-Drucker, Laser-Cutter und CNC-Fräsen sind dabei die Mittel der Wahl.

Sie sorgen zudem dafür, dass die Massenproduktion zunehmend von der Mass-Customization ergänzt wird. Selbst globale Konzerne haben erkannt, dass Individualisierung die Möglichkeit eröffnet, Massenprodukten einen zusätzlichen Wert zu verleihen und für KundInnen neuartige Erlebnisse zu kreieren. Auf den Online-Portalen großer Sportartikelhersteller können KundInnen Sneakers ihren Vorstellungen entsprechend anpassen und mit dem eigenen Namen versehen.

Die KonsumentInnen erhalten schlussendlich ein Produkt einer großen Brand samt deren Image und dennoch ein Einzelstück.

Das zeigt beispielhaft, wie Industrie 4.0 funktionieren kann: KonsumentInnen sind per Internet quasi direkt mit der Fabrikhalle verbunden; Bestellung, Herstellung und Logistik sind digitalisiert.

KonsumentInnen gehen online

Onlineshops, Social Media und Smartphone-Apps gewinnen an Bedeutung. Gerade für Unternehmen mit klassischen Verkaufslokalen wird es immer wichtiger, diese erfolgreich mit Online-Angeboten zu kombinieren. Als letzter großer Handelszweig hat dies nun auch die Lebensmittelbranche erkannt.

Die digitale Verfügbarkeit hat aber noch einen anderen Vorteil: Das Warenangebot nimmt zu, denn im Netz lassen sich selbst wenig nachgefragter Produkte ökonomisch sinnvoll verkaufen. Preisvergleiche im Internet führen zu höherer Preistransparenz und fordern gleichzeitig die Kundenbindung heraus.

Digitale Kommunikation

Für Unternehmen wird es immer wichtiger, zu erkennen, wann KundInnen welche Information auf welchen Kanälen benötigen. Kommunikation muss auch in die andere Richtung funktionieren: Wie erreichen KundInnen mich? Wie können ihre Wünsche und Anregungen ein Produkt verbessern oder zur Basis einer komplett neuen Geschäftsidee werden? Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie Informationen über KonsumentInnen und deren Verhalten zur Optimierung von Services genutzt werden kann. Unternehmen müssen lernen Social Media ernst zu nehmen.

Moderne Kommunikations-Tools verändern auch die Abläufe in den Unternehmen selbst. Das beginnt niederschwellig bei einfachen Videokonferenzen über einen der zahllosen Messenger-Dienste, reicht aber bis hin zu maßgeschneiderten Kommunikations- und Prozessmanagement-Lösungen, damit die interne Kommunikation genau das bleibt.

Beim Enterprise Ressource Planning führt die Digitalisierung zu einem höheren Automatisierungsgrad und erlaubt eine bessere Anbindung an KundInnen und LieferantInnen. Browserbasierte Lösungen erlauben es, von außen auf das eigene System zugreifen zu können, ohne weitere Programme installieren zu müssen. Lieferungen und Bestellungen lassen sich so optimal planen und erlauben es, Zeit- und Kostenvorteile zu realisieren.

Digital Leadership ist unverzichtbar

Wie eine Studie der deutschen Bitkom zeigt, stehen besonders KMUs der Digitalisierung kritisch und nicht völlig sorgenfrei gegenüber. Rund ein Drittel aller Unternehmen geben an, Probleme zu haben, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Zweifellos schafft die Digitalisierung in allen ihren Ausprägungen neuartige Herausforderungen und Chancen. Sich nicht an dieser Entwicklung zu beteiligen, wird nur für wenige Unternehmen eine gangbare Option darstellen.

Digital Leadership muss wie die Digitalisierung selbst das gesamte Unternehmen betreffen und kann nicht einfach in die IT-Abteilung abgeschoben werden, sollte eine solche existieren.

Führungskräfte sind daher mehrfach gefordert: Ihnen obliegt es, zu entscheiden, ob und wie ein Unternehmen auf digitale Technologien und Trends reagiert. Es braucht eine digitale Strategie, ein an die Veränderungen angepasstes Geschäftsmodell, und natürlich auch Mitarbeiter, die über die nötigen Skills verfügen, diese Technologien einzusetzen.

Leadership selbst lässt sich aber auch nicht wegdigitalisieren und Algorithmen oder künstlicher Intelligenz überlassen. Letztlich braucht es einen Menschen, der entscheidet. Und der ist gut beraten, Digitalisierung in allen Facetten ernst zu nehmen und sich gut beraten zu lassen, wo ihm eigene Expertise fehlt.