Große Fenster- und glatte Wandflächen als Merkmale von Büroräumen führen häufig zu einer langen Nachhallzeit, die den Geräuschpegel im vollbesetzten Raum in die Höhe treibt und die Kommunikation deutlich erschwert. Ab einer gewissen Lautstärke wird dann in Abhängigkeit von den Frequenzen, mit welchen die Geräusche erklingen, von Lärm gesprochen, unser Hörsinn wird überlastet.

Lärm verursacht Stress

Studien haben gezeigt, dass diese akustischen Störungen die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern stark beeinträchtigen. Bereits relativ geringer Lärm begünstigt Stress und beeinträchtigt die Leistungskapazität derart, dass Beschäftigte in lauten Büros um 40 Prozent seltener versuchten, technische oder fachliche Probleme zu lösen. Sie nehmen auch nur halb so viele ergonomische Justierungen an ihrem Mobiliar bzw. ihrem Computer vor wie die Vergleichsgruppe in den ruhigeren Räumen. Daher ist es sinnvoll, möglichst viele schallreflektierende Flächen in absorbierende Flächen umzuwandeln und auch die freien Oberflächen der Möbel und der Raumgliederungssysteme zur  Schallabsorption zu nutzen.

Akustikoptimierung im Büro

Während sich visuelle Störungen durch den Einsatz einfacher Raumgliederungssysteme vollständig ausschalten lassen, bedürfen akustische Störungen komplexerer Lösungen.

Besonders wichtig ist es, die Direktschall-Übertragung zu unterbinden. Dies kann zum Beispiel durch schallabsorbierende Raumgliederungssysteme, die zwischen der Schallquelle und dem Empfänger (Ohr, Telefon) aufgestellt werden, erfolgen. Sogenannte Absorber können aber auch direkt an Wänden, Decken und sogar Möbelflächen appliziert werden. Büromöbelhersteller bieten mittlerweile eine Vielzahl von Möbeln mit schallabsorbierender Funktion an. Der Gestaltung sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Zwei Wirkungsmechanismen

Auch wenn es eine Vielzahl von schallabsorbierenden Materialien gibt, so lassen sich diese auf zwei physikalische Wirkungsmechanismen zurückführen: poröse und schwingungsfähige Schallabsorber. Bei den porösen Absorbern, z. B. Mineralfasern oder Schäumen, dringt der auftreffende Schall in den Absorber ein. Die Schallenergie wird in den Poren des Materials durch Reibung in Wärmeenergie umgewandelt. Dadurch wird der vom Material reflektierte Schall verringert. Schwingungsfähige Schallabsorber, auch Resonanzabsorber genannt, werden durch den auftreffenden Schall zum Schwingen angeregt. Poröse Absorber sind bei üblichen Aufbauhöhen (10 cm bis 20 cm) bei mittleren und hohen Frequenzen wirksam. Resonanzabsorber werden in der Regel auf tiefe Frequenzen abgestimmt.

Es gibt darüber hinaus Mischformen, die beide Wirkmechanismen in sich vereinen. Diese bieten oft den Vorteil, sehr breitbandig absorbierend wirksam zu sein.