Das war bei unseren Standorten zuletzt nicht mehr der Fall: So etwa dem Direktionsgebäude des Städtischen Elektrizitätswerkes von 1906 in Wien Alsergrund. Dieser Altbau konnte den Anforderungen an zeitgemäße und effiziente Abläufe nicht mehr gerecht werden.

2009 haben wir daher erstmals begonnen über eine neue Zentrale nachzudenken – nicht zuletzt um die verschiedenen Standorte, auf die sich unser Unternehmen im Lauf der Geschichte verteilt hat, unter einem Dach zu vereinen. Möglichst viele Synergien sollten hier gebündelt werden.

Über die Stadtgrenze hinaus

Dieses neue Gebäude vereint Tradition und Fortschritt: Der Standort ist das Gelände des 1896 errichteten Gaswerks im 11. Wiener Gemeindebezirk – unsere Zentrale befindet sich nun in unmittelbarer Nähe der vier Gasometer.

Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel durch die direkte Nähe der Linie U3 ist dabei ideal. Auch die geringe Entfernung zur Autobahn ist für uns von großem Vorteil. Nur weil wir Wiener Netze heißen, bedeutet das nicht, dass unsere Energieinfrastruktur für Strom, Gas und Fernwärme an der Stadtgrenze aufhört: Sie reicht bis in die benachbarten Bundesländer Niederösterreich und Burgenland.

2011 nahmen unsere Überlegungen konkrete Formen an: Ein Architekturwettbewerb läutete das Projekt ein, am 14. Juli 2014 erfolgte der Spatenstich. Zwei Jahre später haben wir das Gebäude offiziell eröffnet. Dass das Vorhaben so zügig umgesetzt werden konnte, verdanken wir auch den beteiligten Architekten, Planern und Projektmanagern, die hervorragende Arbeit geleistet haben.

Darüber hinaus wurden Experten aus unterschiedlichen Bereichen beauftragt, den Generalunternehmer zu unterstützen. Diese enge Zusammenarbeit ermöglichte eine zeitgerechte Abstimmung über alle Bauabschnitte hinweg und damit eine vorausschauende Planung – zwei unerlässliche Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung. So konnte die Zusammenführung  unserer mehr als 10 Standorte in zwei Jahren plangemäß erfolgen. Zeichneten sich doch einmal Änderungen ab – etwa bei den Belegungsplänen oder den Ausgestaltungen der Büroräume – konnte das zeitnah und flexibel bewerkstelligt werden.

Alles auf einmal

Bei der Konzeption des Neubaus standen vor allem intelligente und nachhaltige Eigenschaften im Vordergrund, weshalb wir uns für diese Form des Smart Campus entschieden haben. Es ist ein sehr funktionelles Gebäude, das all unsere Unternehmensabteilungen vereint: Wir versammeln an einem Standort unter anderen das Hochregallager, unsere Werkstätten, Garagen und Prüflabore, die Lehrlingsausbildung, die Steuerzentrale für Strom und Gas, Büroräumlichkeiten und Besprechungsräume.

Unser Ziel war ein modernes Gebäude, das langfristig Betriebskosten spart und gleichzeitig als Vorzeigeprojekt unsere Unternehmensphilosophie verkörpert: Wir stehen seit je her für den Einsatz von neuen Technologien und Innovationen.

In unserer Unternehmenszentrale werden daher Photovoltaikzellen zur Nutzung von Solarenergie eingesetzt. Aber auch neue Verlegetechniken, Grundwassernutzung und eine optimierte Beschattung der Baustruktur kommen zur Anwendung. Energieeffizienz und Passivhaus-Standards waren unserem Unternehmen ebenso ein großes Anliegen. Damit ist dieses Gebäude nahezu energieautark.

Kommunikation im Zentrum

Unser Haus ist aber nicht nur eine nachhaltige, sondern auch eine höchst kommunikative Einrichtung. Die soziale Funktion des Neubaus ist eine zentrale Komponente. Die Struktur hilft dabei, die Kommunikationswege zu verkürzen. Es ist hier ausgesprochen hell, die Räume sind lichtdurchflutet. Die Begegnungszonen zwischen den Büros sind mit Sitzmöbeln ausgestattet, die den MitarbeiterInnen Raum für informelle und formelle Gespräche geben.

Der Verzicht auf Großraumbüros war eine bewusste Entscheidung: Eigene Arbeitsbereiche werden abgegrenzt, aber mithilfe von Glaswänden durchlässig gehalten, so dass die Helligkeit und der offene Charakter nicht verloren gehen.

Im Sinne einer transparenten Kommunikation haben wir unsere MitarbeiterInnen beim Übergang nicht im Unklaren gelassen, sondern direkt mit einbezogen: Newsletter, virtuelle Rundgänge und Videos informierten über die Baufortschritte und ermöglichten so eine gute Vorbereitung auf die kommenden Veränderungen. Eigens nominierte Umzugsverantwortliche in den Abteilungen in enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat haben dazu beigetragen, MitarbeiterInnen für dieses Projekt zu gewinnen. Die überwältigende Zustimmung unserer MitarbeiterInnen bestätigt, dass dies der richtige Weg war.

Der Fokus auf  Nachhaltigkeit und die soziale Struktur des Gebäudes haben die Arbeitsabläufe zudem stark belebt.

So konnten wir uns ruhigen Gewissens von den alten Häusern verabschieden und mit einem großen Fest den Smart Campus am 13. September 2016 eröffnen. Den Wechsel von einem hundertjährigen Bau in ein modernes Haus haben wir damit erfolgreich absolviert.