Das Büro in Zahlen

Rauchende Kaminschlote und undichte Chemikalienfässer: Wenn man in der Wirtschaft nach dem umweltschädlichen Übeltäter sucht, landet man schnell bei der Industrie. Da man im Büro nur verwaltet statt produziert, schadet man auch der Natur nicht - ein immer noch verbreiteter Irrtum. Büroarbeit findet nicht im luftleeren Raum statt: Auch hier werden zahlreiche Materialien und viel Energie verbraucht, was ebenso Einfluss auf das Ökosystem nimmt.

Wer meint, dass das im Vergleich zum produzierenden Gewerbe eine Kleinigkeit sei, ist sich des Ausmaßes der Büroarbeit hierzulande offenbar nicht bewusst: Zählt man den privaten und den öffentlichen Sektor zusammen, arbeiten in Österreich schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen im Büro – auf einer Fläche von 36 Millionen Quadratmetern.

Büro der Zukunft

Dort werden täglich unzählige elektronische Geräte vom Firmenserver bis zum Telefon benutzt. Trotz aller Digitalisierung ist das papierlose Büro immer noch Zukunftsmusik, sodass für die Schreibtischarbeit noch mancher Baum gefällt werden wird. Und auch Chemikalien sind überall anwesend: Tagsüber werden vom Druckertoner bis zum Schreibstift zahlreiche synthetische Stoffe verbraucht und nach Büroschluss kommen sie in den Putzmitteln der Gebäudereinigung zum Einsatz. Die Büroarbeit hört außerdem nicht abseits des Schreibtischs auf: Ebenso Kantinen und Fuhrparks gehören dazu.

Das alles zusammen genommen ist nicht wenig. Daher können sich im Sinne des ökologischen Kulturwandels, der inzwischen in unseren Breiten stattfindet, Bürobetreiber nicht vor ihrer Verantwortung drücken: Es gibt nämlich in den Geschäftsräumen zahlreiche Hebel, die sich bewegen lassen, damit das Büro in Zukunft grüner wird.

Das fängt bereits bei der Einrichtung an: Im Einkauf kann man schon den ersten Schritt zu einem umweltfreundlicheren Büro machen, indem man weniger auf den Preis schaut, sondern eher auf die Nachhaltigkeit der Produkte. Stromsparende elektronische Geräte und emissionsarm produzierte Büromöbel sind für die Infrastruktur eines umweltfreundlichen Büros essentiell. Im Arbeitsalltag sollte man vor allem auf die Reduktion von schädlichen Chemikalien achten. Manche Maßnahme ist heute auch schon relativ etabliert - etwa der Einsatz von Recyclingpapier.

Ökologisches Bewusstsein

Umweltschutz ist aber zudem eine Kopfsache. Es reicht nicht, dass der Arbeitgeber Strukturen bereitstellt und Materialien einkauft, solange den Mitarbeitern das völlig egal ist. Daher sollte man dafür Sorge tragen, dass eine nachhaltige Unternehmenskultur entsteht. Die gilt es nicht nur vorzuleben, sondern auch zu kommunizieren. Dazu können Beauftragte für einzelne Bereiche wie Sicherheit, Energie und Umwelt beitragen oder ein mit der gesamten Belegschaft erarbeitetes Konzept. In Folge kommt es vielleicht zu einem Umdenken, sodass die Mitarbeiter auch im Privatleben ein stärkeres ökologisches Bewusstsein bekommen. Und dann leistet das grüne Büro sogar nach Feierabend noch seinen Beitrag.