Mit dem Begriff Industrie 4.0 hat es die Digitalisierung mittlerweile geschafft, sich als neuer Standard im Wirtschaftsleben zu etablieren. Und auch in der Baubranche steigen der Bedarf und die Nachfrage nach Lösungen und Plattformen, um die unterschiedlichsten Akteure, die auf der Baustelle tätig sind, digital miteinander zu vernetzen. Dabei ist es besonders wichtig, unterstützende Produkte und Softwarelösungen über die gesamte Wertschöpfungskette einer Baustelle zu spannen.

Vom Rohstoffproduzenten über das Mischwerk, den Transport bis zur jeweiligen Baustelle, den Einsatz der unterschiedlichsten Maschinen bis hin zur Koordination der einzelnen Professionen. Vor allem Österreich hat auf dem Gebiet früh zu forschen begonnen und ist auf diesem Gebiet führend tätig ist.

Vorteile

Durch diese Prozessoptimierungen ergeben sich zahlreiche Vorteile für beteiligte Unternehmen und deren MitarbeiterInnen. Sehr gut illustrieren lässt sich das Potenzial der möglichen Verbesserungen am Beispiel des Asphaltstraßenbaus, bei dem es sofort zu Einsparungen von bis zu 20 Prozent gegenüber herkömmlichen, analog durchgeführten Bauprozessen kommen kann.

Diese Einsparungen ergeben sich zu einem Großteil aus der Vermeidung von Ressourcen- und Zeitverschwendung. Die Transparenz der einzelnen Bauprozesse sorgt dafür, dass unterschiedliche Zulieferer und beteiligte Firmen ihre Aktivitäten optimal aufeinander abstimmen können. So werden Leerwege vermieden, Lagerhaltungskosten gesenkt und Arbeitszeit sinnvoll eingesetzt.

Und das ist auch gut für die Umwelt. Denn so können sich alle am Bauprozess beteiligten Firmen und MitarbeiterInnen auf wesentliche und wirklich notwendige Schritte konzentrieren. Das schont Ressourcen und die Qualität der abgelieferten Arbeit kann ganz allgemein erhöht werden.

Effizienzsteigerung

Digitale Plattformen setzen alle beteiligten Akteure virtuell an einen Tisch. So behalten alle den Überblick und können aufeinander reagieren. Das steigert die Effizienz deutlich. Elektronische Lieferscheine etwa ersparen die sprichwörtliche Zettelwirtschaft, beschleunigen den Prozessablauf und entlasten auch noch die Verwaltung.

Work-Life-Balance

Ein wichtiger Punkt bei der Digitalisierung des Bauwerkprozesses ist das gesteigerte Wohlbefinden der einzelnen beteiligten ArbeitnehmerInnen. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Baustellen, auf denen der Arbeitstag für die meisten Beteiligten mit einem unbestimmten Zeitpunkt endet, wissen MitarbeiterInnen von Firmen, die mit entsprechenden Plattformen arbeiten, wann ihr jeweiliger Arbeitstag beginnt und wann er wieder endet.

Diese Planungssicherheit trägt stark zum Wohlbefinden und zu einer erfüllten Work-Life-Balance der MitarbeiterInnen und ihrer Familien bei. Und glückliche MitarbeiterInnen sind motivierte und produktive MitarbeiterInnen.