Damit ein Bauwerk den Anforderungen der Zeit entsprechen kann, muss zuerst einmal klar sein, was denn die Anforderungen überhaupt sind. Die unterscheiden sich nämlich je nach NutzerIn des Objekts. Darum ist es wichtig, dass es schon in der Planungsphase eine enge Zusammenarbeit zwischen ErstellerInnen und NutzerInnen des Gebäudes gibt.

Draußen fängt alles an

Die Krux an der ganzen Sache ist, dass Bürogebäude einerseits einen sparsamen Betrieb ermöglichen sollen und andererseits die Umwelt möglichst wenig belasten dürfen. Zeitgleich sollen sie dann auch noch funktionieren. Der Aufzug muss fahren, die Beleuchtung sich von selbst an die Tageszeit anpassen und das Dach im besten Fall noch Strom produzieren.

Aber bis es so weit ist und im Inneren des Gebäudes alles so klappt, wie es soll, muss bei der Planung erst einmal an die Hülle gedacht werden. Damit eine Baulichkeit energieeffizient betrieben werden kann, braucht es eine dementsprechende Gebäudehülle. Diese muss so konzipiert sein, dass sie im Einklang mit dem Heizungs- und Kühlsystem steht. Dabei sind Systemlösungen vorherrschend. Dadurch gewinnt der Fassadenbau immer mehr an Bedeutung.

Tür, Tor und Fenster

In diese Gesamtsysteme sind auch Tür-, Tor- und Fensteranlagen integriert. Durch die Türen kommen die Menschen in das Gebäude, durch die Fenster die Sonne. Und zwar nur die Sonne, wenn man so will. Dimmbares Glas macht Verschattung und Rollläden überflüssig. Dabei handelt es sich um elektrochromes Glas, dessen Lichtdurchlässigkeit verändert und somit die Temperatur im Innenraum geregelt oder das Glas als als UV-Schutz angewendet werden kann.

So kann also die Wintersonne das Gebäude wärmen, die Sommerhitze bleibt aber draußen. Schaltbares Glas kommt aber auch im Inneren der Büroumgebung zum Einsatz. Es trennt Büros dann durch Verdunkelung ab, wenn dort etwa für Besprechungen Sichtkontakt für eine bestimmte Zeit nicht gewünscht wird. Was den Zu- und Eingangsbereich betrifft, ist ein Sicherheitskonzept mit effizienter Zugriffskontrolle enorm wichtig. Aber nicht nur die Sicherheit steht im Mittelpunkt, sondern auch eine einfache Verwaltung und hoher Komfort für alle NutzerInnen.

Denn gerade in Bereichen, die auch für KundInnen zugänglich sind, darf es nicht nach einem Hochsicherheitstrakt aussehen, sondern muss eine freundliche Atmosphäre herrschen. Bei smarten Schließsystemen wird meist auf Schlüssel verzichtet. Der Zutritt ist durch die Verwendung einer Chipkarte möglich. Das bringt zahlreiche Vorteile: Es garantiert eine einfache Handhabung. Beim Verlust einer Karte müssen keine Schlösser getauscht werden und es entsteht kein Sicherheitsrisiko. Zugangsberechtigungen können zeitlich und örtlich begrenzt werden und der Zutritt zu öffentlichen Bereichen ist individuell programmierbar. Außerdem ist eine detaillierte Zutrittshistorie jederzeit abrufbar.

Heizen und Kühlen

Energieautarke Bürogebäude sind sehr schwer zu realisieren und existieren nur vereinzelt. Der Grund dafür ist, dass die Dachflächen meist zu gering sind, als dass ausreichend Photovoltaik-Paneele angebracht werden könnten. Trotzdem gibt es Beispiele, bei denen genügend Energie erzeugt werden kann, um damit das Gebäude zu heizen und zu kühlen. Wobei die Kühlung das größere Problem ist, da sie dreimal so viel Energie benötigt. Wärme, die in Büros sowieso entsteht, kann ebenfalls genutzt werden und als Energiequelle dienen.

Beispielweise wird die Abwärme von Servern verwendet, um das Heizwasser zu erwärmen. Die Rechenzentren mit den dazugehörigen Serveranlagen befinden sich meist im Zentrum der Bürogebäude. Somit sind kurze Versorgungswege im IT-Bereich garantiert. Diese Hardware wird üblicherweise getrennt von der restlichen Haustechnik untergebracht. Dies dient einerseits dazu, sie vor Störstrahlung zu schützen, andererseits wird Unbefugten der Zugang zu diesen Räumlichkeiten durch besondere Sicherheitsvorkehrungen erschwert.

Licht nach Wunsch

Nicht nur die richtige Raumtemperatur und Sonnenlicht haben einen Einfluss auf das Büroklima. Auch künstlich erzeugtes Licht wirkt sich darauf aus und somit auch auf die Arbeitsleistung der Angestellten. Gerade das Aufkommen der LED-Technologie ermöglicht eine erhöhte Effizienz und Flexibilität der Beleuchtung. Lichtfarbe und Lichtintensität können automatisch an das Tageslicht und an die Tätigkeit der NutzerInnen angepasst werden.

In Zukunft könnte über Sensoren die Befindlichkeit von Personen erfasst werden und das Licht über lernende Regelsysteme entsprechend angepasst werden. Dadurch bestünde die Möglichkeit, die optimale dynamische Beleuchtung zu schaffen, die keine Energie verschwendet und auch sonst den komplexen und unterschiedlichen Bedingungen der heutigen Arbeitswelt gerecht wird. Ein gut durchdachtes Gesamtkonzept für ein Bürogebäude muss also schon während der Planungsphase entstehen. Die vielen verschiedenen Faktoren, die in diesem Bereich tragend werden, können nur schwer im Nachhinein adaptiert werden. Durch die zuvor genannten Maßnahmen kann nicht nur Energie und somit auch Geld gespart werden, sondern auch eine Menge Zeit. Dies kommt letztlich allen NutzerInen des Gebäudes entgegen.