Zukunft ist jetzt. High Tech ist in unseren Büros zum Standard geworden. So what? Keine Angst! Egal, wie sich der Vernetzungs- und Automatisierungsgrad entwickelt – der Mensch wird immer im Mittelpunkt des Geschehens stehen. High Tech braucht einen Counterpart – den High Touch – den Menschen als Drehscheibe der neuen Technologien.

Aber wie weit können wir Menschen in Gebäuden noch mit dem steigenden Technisierungsgrad konfrontieren? Wie lange akzeptiert er noch diesen Trend?

Die Fachhochschule Kufstein beschäftigt sich seit einigen Jahren mit dem Thema der Zufriedenheitsbefragung von Menschen in Gebäuden. Also quasi damit, Menschen dazu einzuladen, ihre Meinung abzugeben. Prof. Christian Huber hat erkannt, dass Standardbefragungen in ihrer normalen Länge dazu unbrauchbar sind. Der Zugang wurde anders gewählt – zwei Fragen in zwei Minuten. Frage 1: Wie zufrieden sind Sie in Ihrer Immobilie? Frage 2: Womit sind Sie sehr und womit überhaupt nicht zufrieden?

Eine mächtige Datenbank matcht die Aussagen der zweiten Frage und entwickelt in Echtzeit eine Begriffswolke. Danach kann sofort mit Aktionen gestartet werden. So entstehen die besseren New Ways of Working (NWOW), welche partiell und situationsbezogen nachjustiert werden können.

Übrigens sollte die Halbwertszeit der NWOW nicht unterschätzt werden. Einmal eingeführte Arbeitswelten können nach einigen Jahren als nicht mehr adäquat gelten. Flexibilität ist gefordert. Dafür werden in Zukunft flexible Immobilien gebraucht. Lassen Sie uns diese Flex-Immos nennen.

Mitarbeitern wird immer mehr abverlangt. Business verschwimmt mit Privat. Menschen werden zukünftig nur dann dazu bereit sein, das zu akzeptieren, wenn sie auch mit mehr Individualisierung rechnen können. Besseres Service wird erwartet und ganzheitlich gedacht. Aber auch die Möglichkeit, Services beeinflussen zu können und persönliche Betreuung zu verspüren. Nehmen wir die klassische Reinigungskraft der Vergangenheit her. Gereinigt wurde am Tagesrand – also vor und nach der Büroöffnungszeiten.

Zukünftig werden die Reinigungskraft, der Techniker und der Hausmeister in das Team der Büromannschaft gehören. Services während der Kernzeit. Steuer- und beeinflussbar. Services bekommen ein Gesicht. Ungeachtet dessen, ob ebendiese eigen oder fremd durchgeführt werden. Vielmehr geht es darum, nahtlose Servicelösungen von Menschen für Menschen anzubieten.

Das skandinavische Zukunftsforschungsinstitut Copenhagen Institute for Future Studies (kurz CIFS) hat sich in seiner letzten Studie „Perspectives for Facility Management“ mit der Zukunft von Facility Management beschäftigt. Diese Studie bestätigt eindrucksvoll das oben Dargestellte. Es geht in Zukunft um die Schaffung von Zusatznutzen für das Kerngeschäft des Unternehmens und nicht mehr darum, inputgetrieben Stunden oder Leistungen einzukaufen.

Der Mensch in der Immobilie soll sich wohl fühlen, Individualisierung spüren, gerne arbeiten wollen und dadurch zu Höchstleistungen auflaufen. Somit verschwimmen auch die Grenzen zwischen Primär- und Sekundärbereichen in Unternehmen. Facility Management wird zur Managementdisziplin und entfernt sich stark vom operativen Fokus der reinen Serviceabarbeitung.

Die Digitalisierung wird auch im Facility Management Einzug halten müssen. Wo bleiben denn die Applikationen im Facility Management, die Apps für unsere Smartphones über die wir Services steuern und beeinflussen können?

Zukunftsmusik? Nein! Wir sind schon längst inmitten dieses Paradigmenwechsels