Lärm ist physikalisch betrachtet ein Geräusch, Klang, Ton oder Knall:  Ein Schall, der von einer Schallquelle verursacht wird und sich von dieser in wellenförmigen Schwingungen (Schallwellen) ausbreitet. Je näher die Ohren der Schallquelle sind, desto lauter hören die 15.000 Hörzellen darin das Geräusch.

Die Lautstärke des Schalls, genauer: der Druck der Schallwellen, wird als Lautstärkepegel in Dezibel beziffert. Zum Vergleich: An einer stark befahrenen Straße herrscht ein Lärmpegel von 70 bis 80 Dezibel, ein vorbeifahrender Laster verursacht gar 90 und die Autohupe direkt neben uns 100 Dezibel. Eine normale Unterhaltung führen wir mit 60 bis 70 Dezibel.

Wann werden Geräusche zu Lärm?

Jeder nimmt Geräusche unterschiedlich wahr: Was der eine noch gut ertragen kann, empfindet der andere bereits als laut. Wann genau ein Geräusch lästig, also zu Lärm wird, der unser Wohlbefinden beeinträchtigt, ist auch situationsbedingt. So kann ein vergleichsweise leises Gespräch im Nebenraum, von dem wir jedes Wort verstehen, belästigen. Denn der verständliche Wortwechsel bietet unserem Gehirn viele Informationen, die es verarbeiten will.

Den Gesprächslärm auszublenden, bereitet Stress, denn uns verständliche Sprache lässt sich schwerer ignorieren als eine fremde, das Klingeln eines Telefons oder das Grundrauschen des Straßenverkehrs.

Was macht Lärm mit uns?

Von sehr lauten Geräuschen ab etwa 120 Dezibel können wir einen akuten Hörschaden bekommen, der sich mit Schwerhörigkeit oder sogenanntem Ohrensausen zeigt (Tinnitus). Viele Ohren erholen sich davon mit der Zeit jedoch wieder.

Lärm als Krankmacher

Anders ist es, wenn wir dauerhaft mit Lärm beschallt werden: Dann sorgen schon geringere Lärmpegel für irreversible Schäden am Gehör. Hinzu kommt, dass eine Dauerbeschallung uns Stress macht, auf den der Körper nach Plan reagiert: Er schüttet Stresshormone aus, lässt das Herz schneller schlagen und den Blutdruck steigen. Das hat Folgen: Die Gefahr, Herz-Kreislauf-Probleme zu bekommen, wächst. Schlimmstenfalls  drohen tödliche Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Herzschwäche.

Lärm als Leistungsbremse

Mediziner der Universität im deutschen Oldenburg identifizierten den geräuschtechnisch größten Störenfried im Büro: die Gespräche von Kollegen. Deren Lärm beeinflusse unser vegetatives Nervensystem und senke unsere Leistungsfähigkeit um 5 bis 10 Prozent.

Was tun gegen Lärmstress?

Mit dem Ausschütten von Stresshormonen bereitet uns unser Körper auf das urinstinktive Mittel gegen Stress vor: die Flucht. Aus einem (zu) lauten Büro zu flüchten, ist jedoch nicht mehr zeitgemäß. Hohen Lärmpegeln wird dort mit bauphysikalischen Maßnahmen begegnet:

  • Für die optimale Raumakustik sorgt eine Körper- und Luftschall dämmende Architektur. Die lässt sich im Nachhinein noch verbessern: mit schallabsorbierenden Flächen, Teppichböden, Bildern oder Vorhängen.
  • Im lauten Büroalltag hilft ein ohrgesundes Maß an Kollegialität.
  • Dem Stress im Körper kommen Sie mit bewährten Anti-Stress-Techniken wie Autogenem Training, Yoga und Sport bei. Vorausgesetzt, Sie praktizieren diese regelmäßig, bringen Sie Ihrem Körper bei, auf Lärm gelassen zu reagieren.