Warum ist Nachhaltigkeit bei Gebäuden überhaupt ein Thema?

Alle drei Säulen der Nachhaltigkeit – sozial, wirtschaftlich und ökologisch – sind wichtig für ein Gebäude. Das Soziale liegt vielleicht nicht immer auf der Hand, hängt aber mit der Einbindung eines Gebäudes in seine Umwelt zusammen. Letztendlich ist das extrem wichtig, um ein Gebäude auch wirtschaftlich sinnvoll zu bewirtschaften. Hier zeigt sich, warum das Vordenken und Planen vor einem Gebäudebau entscheidend ist. Ein Gebäude soll nicht mehr ein reiner Zweckbau sein. Allerdings sind wir erst am Anfang dieses Denkprozesses.

Wie hängt das mit ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten zusammen?

Was die Ökologie betrifft, sind wir in Österreich schon sehr weit. Was jetzt gerade ansteht, ist das Thema Wirtschaftlichkeit. Wie errichtet man ein Gebäude, das über seine Lebenszeit hinaus wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann? Man muss sich die Frage stellen, für wen ein Gebäude errichtet wird und was es braucht, damit sich die Menschen darin wohlfühlen.

Sehen Sie derzeit auch Fehlentwicklungen in diesem Bereich?

Die Förderpolitik in Österreich ist nicht auf dem letzten Stand. Der Grundverbrauch ist eine Katastrophe und trotzdem haben wir Wohnbauförderungen, die nur auf die grüne Wiese abzielen und nicht auf die Belebung alter Bausubstanzen in Orts- oder Stadtkernen. Ein weiterer Punkt ist, dass Österreich ganz elende Sanierungsquoten aufweist und wir meilenweit von den angestrebten Zielen der Europäischen Union entfernt sind.

Und darüber hinaus stehen bei Zweckbauten nach wie vor ausschließlich kurzfristige wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Ob ein Gebäude in die Landschaft passt, ob es energieeffizient ist und ob es nachhaltig genutzt werden kann, ist aktuell kein Thema. Wir sehen, dass es nur wenige Zertifizierungen für Industriegebäude gibt. Während etwa das Thema Recycling sehr schnell von der Industrie aufgegriffen wurde, wird die nachhaltige Nutzung leider noch stiefmütterlich behandelt.

Stichwort Zertifizierung: Wie kann man Nachhaltigkeit messen und „garantieren“?

Es gibt viele Zertifizierungssysteme, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Im Endeffekt geht es aber immer darum, wie umfassend ein System ist. Wenn sich ein Bauherr entschließt, ein Gebäude zertifizieren zu lassen, werden Themen behandelt, die ansonsten vielleicht keinen Raum gehabt hätten. Dazu können etwa „Komfortthemen“ wie Bodenbeschaffenheit, Luftqualität oder auch Schall zählen. Aber auch Mobilität, Infrastruktur oder Lärm- und Lichtbelästigung werden bewertet.

Wenn man dies bereits in der Planung berücksichtigt, dann wird es später weniger Umwege, Umbauten und Fehlentwicklungen geben. Nachhaltigkeit macht also wirtschaftlich gesehen Sinn!

Sie sprechen damit verschiedene Themen an, die einen unmittelbaren Einfluss auf die Menschen in Gebäuden haben.

Genau! Natürlich ist das Thema Gesundheit ganz wichtig. Schließlich verbringen wir durchschnittlich 80 Prozent unseres Lebens in Gebäuden. Und die dürfen uns nicht krank machen! Wichtig ist zu wissen, welche Materialien verwendet wurden, woraus das Gebäude gebaut wurde.

Wir haben ein Zertifizierungssystem, an dem wir gerade hinsichtlich sozialer Komponenten ständig weiterarbeiten. Wichtig ist aber, dass wir nicht mit erhobenem Zeigefinger argumentieren, sondern auf Nachhaltigkeit aufmerksam machen. Wenn wir diesen Nachdenkprozess bei den Menschen anstoßen können, haben wir schon gewonnen!

Nachhaltiges Handeln zeigt Wirkung

Ressourcenschonung, Werterhalt und Nutzerkomfort rücken beim Planen und Bauen immer stärker in den Fokus. DELTA ist der richtige Partner, um diese Aspekte in Einklang zu bringen. Mit der green line hat DELTA ein System entwickelt, um die Qualität von Immobilienprojekten im Lebenszyklus zu optimieren.

Klimawandel, Ressourcenknappheit, Wirtschaftskrise - unsere Gesellschaft steht vor zentralen Herausforderungen. Das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln wächst in allen Lebensbereichen. Eine nachhaltige Entwicklung muss ökologische, ökonomische und soziokulturelle Ziele in Einklang bringen. DELTA leistet dazu einen entscheidenden Beitrag. Als Vorreiter der Projektkultur am Bau verfügt die DELTA Gruppe über die neuesten Methoden interdisziplinäres Know-how zu einem optimalen Projektergebnis zu führen.

Nachhaltige Baustoffe und Energieeffizienz minimieren den ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes. Vor diesem Hintergrund gründete DELTA mit anderen führenden Mitgliedern der Bau- und Immobilienbranche die Interessengemeinschaft Lebenszyklus Bau. Nachhaltige Objekte brauchen ein lebenszyklusorientiertes Verständnis. Die IG Lebenszyklus Bau hat - unter Einbeziehung aller Bereiche - ein Drei-Säulen-Modell zur Optimierung des Lebenszyklus einer Immobilie entwickelt und bringt dieses Wissen über Leitfäden, Veranstaltungen und E-Learning Bauherren näher.

 

 

Der Einsatz von Holz stellt einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz dar. In 1,5 Jahren Bauzeit entstand für die BOKU am Standort Tulln ein zweigeschossiger Neubau. Nach den Plänen der Arbeitsgemeinschaft DELTA/SWAP wurden 500 Kubikmeter Vollholz und Holzwerkstoffe verbaut. Das Projekt ist ein Vorzeigebeispiel in punkto Ökologie und Ökonomie mit höchster Funktionalität.

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