Die Baubranche, national und international, steht wie die Facility Management Branche vor enormen Änderungsprozessen und damit vor beachtlichen Chancen und Risiken. Große Teile der Wirtschaft sprechen von Industrie 4.0. Auch die, die Gebäude errichten und/oder sie betreiben. Um gedanklich schneller in das Thema einzusteigen, kann man Stichwörter nennen, die uns von den drei voran gegangenen industriellen Revolutionen - Dampfmaschine, Massenproduktion und Automation, zur vierten begleiten:

 

Digitalisierung

 

Vernetzung

 

Nachhaltigkeit

 

Lebenszykluskosten

 

Compliance

 

Mobilität

 

Transparenz

 

Betrachtet man einen längeren Zeitraum, so folgen industrielle Entwicklungen, so wie viele andere Prozesse auch, tendenziell einer Sinuskurve. Das Bild der deutschen Autoindustrie zeigt das eindrucksvoll. Heute strotzt die deutsche Autoindustrie nur so vor Kraft - Stückzahlrekorde bei VW, Ertragsrekorde bei BMW, Innovationsdominanz bei Mercedes Formel 1 Team. In den späten 1980er- und am Beginn der 1990er-Jahre hat das ganz anders ausgeschaut – Porsche knapp an der Kippe, die Qualität der deutschen Autos hinkte der der japanischen Autos massiv hinterher, kein SUV aus Deutschland. Enorm, wie sich in rund 30 Jahren das Bild gewendet hat. Damals wurden Chancen erkannt und zum Vorteil eines Landes oder eines Wirtschaftsraumes ergriffen.

„Digitalisierung über die gesamte Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft ist die logische Herausforderung aufgrund der Entwicklung in Informationstechnologie und Kommunikationstechnologie. Ich freue mich auf 4.0.“

Folgerungen für die Immobilienwirtschaft
Definiere ich die Immobilienwirtschaft als die Summe aller Gewerke, die eine langfristige Qualitätsorientierung in Errichtung und Betrieb haben, dann stehen wir vor einer vergleichbaren Situation wie damals die Autoindustrie. Wir lernen (die Deutschen haben damals von den Japanern gelernt) von Projekten a) die im Kostenrahmen und im Zeitplan errichtet wurden b) die mit transparenten Kostenstrukturen und permanenten Verbesserungsprozessen betrieben werden. Die Digitalisierung der Errichtungs- und Betriebsprozesse (BIM - building information modelling; FIM - facility information management), die Vernetzung (Internet) aller Beteiligten in der jeweiligen Lebenszyklusphase, die Achtung aller Einzelleistungen (Compliance), die Nutzung mobiler Endgeräte und der Wille zur Transparenz in der Errichtung und im Betrieb ist Zukunftspotential für wertige Immobilien, leistbare Mieten (= Miete + Betriebskosten), vergleichbare Energieverbrauchswerte, Optimierung der Flächenverbräuche usw., aber auch, oder besser gesagt, vor allem Zukunftspotential für unsere Jugend im Sinne neuer, moderner Jobs, und im Sinn leistbarer smarter Wohnqualität.

Ausblick
Der Nutzen des von mir andiskutierten Prozesses der Immobilienwirtschaft 4.0 wird die Kosten mittelfristig übersteigen, was in jedem Prozess notwendig ist. Die Ladehemmung von politischer Seite (für die oben angeführten Leistungen gibt es kaum Ausbildungsmöglichkeiten), wird sich durch den Nutzen, den sie generiert

 

belastbare Daten über Lebenszykluskosten,

 

belastbare Daten über Energieverbräuche/Emissionen pro Quartier oder Bezirk

 

Reduktion der Immobilienkosten für Bund, Land, Stadt, Gemeinde

bald auflösen (müssen).