„Anfang April dieses Jahres - zeitgleich zum Start der Arbeitsgruppe „Lebenszyklusorientierte Energiesysteme für den Gebäudeverbund mit lokalen, erneuerbaren Energieträgern“ -  wurde in Wien eine neue Bauordnung angekündigt.

Einige Eckpunkte der Ankündigung zeigen, dass die Wahl der Energieträger im Rahmen der Energieraumplanung nun eine viel größere Aufmerksamkeit bekommt. Fossile Energieträger wie Gas oder Öl sollen keine oder nur mehr eine untergeordnete Rolle spielen.

Auch in der Novelle der Neubauförderung soll die Nutzung lokaler erneuerbarer Energieträger zur Wärmeversorgung  durch einen finanziellen Zuschussforciert werden.

Die Realisierung von lokalen Energienetzen in Stadtentwicklungsgebieten unter Einbeziehung von erneuerbaren Energieressourcen am Standort wie Solar- oder Erdwärme sind derzeit noch umstritten. Eine höhere Komplexität technischer und organisatorischer Natur sowie höhere Erstinvestitionskosten führen zu einer geringen Begeisterung bei Bauträgern und Betreibern.

Chancen dieser Konzepte gibt es jedoch mehrere. Neben der volkswirtschaftlich relevanten Reduktion von CO2-Emissionen und Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern gibt es auch Vorteile für Endnutzer wie z.B. die Kühlung von Wohnungen im Sommer oder für Betreiber, die bei Power-to-heat Überschüsse der (lokalen) erneuerbaren Stromerzeugung in Wärme umzuwandeln können. Erste Untersuchungen zeigen auch, dass bei einer Lebenszyklusbetrachtung solche Systeme mit Fernwärmesystemen kompatibel sein können.

Im Rahmen einer Arbeitsgruppe der IG Lebenszyklus Bau nehmen wir uns diesem komplexen Thema an. Ziel ist es, die Chancen und Herausforderungen solcher Energiesysteme zu erarbeiten.

Betroffene Stakeholder werden adressiert und mittels bereits realisierter Beispiele sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie sie ihre Herausforderungen in Chancen umwandeln können. Die Ergebnisse werden am 14. November 2018 im Rahmen des Herbstkongresses in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien präsentiert.“

Infobox

Die IG Lebenszyklus Bau unterstützt Bauherren bei der Planung, Errichtung, Finanzierung und Bewirtschaftung von ganzheitlich optimierten, auf den Lebenszyklus ausgerichteten, Bauwerken. Im Rahmen der bereichsübergreifenden Arbeitsgruppen erarbeiten mehr als 70 Mitgliedsunternehmen Leitfäden, Modelle und Leistungsbilder am Puls der Zeit.

Diese unterstützen Bauherren dabei, auf Basis lebenszyklusorientierter Prozesse, einer partnerschaftlichen Projektkultur sowie einer ergebnisorientierten Organisation erfolgreiche Bauprojekte zu realisieren.


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