Jeder Landwirt weiß: Um eine gute Ernte einzufahren, muss man den Pflanzen schon auch hin und wieder unter die Blätter greifen. Ein wesentliches Element beim Nährstoffmanagement auf dem Feld ist eine effiziente Stickstoffversorgung. Das ist gar nicht so einfach, weil es dafür keine einheitliche Lösung gibt: Wie viel Stickstoff der Boden enthält, hängt von zahlreichen zeitlichen wie örtlichen Faktoren ab. Abhängig von der Winterwitterung verändert sich der Gehalt jedes Jahr. Auch ein Wechsel der Pflanzensorte kann den Stickstoffgehalt verändern.

Zudem bleibt die Verteilung nicht konstant – in unmittelbarer Nähe kann der Gehalt von Acker zu Acker stark schwanken. Bereits innerhalb eines Feldes ist die Stickstoffverteilung nicht immer gleichbleibend. Folgerichtig ist die Regulierung der Stickstoffversorgung ein wesentliches Element, um die Rentabilität zu steigern, da der passende Anteil den Ertrag erheblich verbessert.

Infos mittels Infrarot

Um den idealen Anteil zu ermitteln, bietet Borealis L.A.T seit einer Weile den N-Pilot an. Mit diesem Diagnose-Tool lässt sich der Stickstoffdüngereinsatz optimieren. Dieses tragbare Gerät ermöglicht es, den Bedarf schnell und komfortabel direkt im Feld zu erheben. Der N-Pilot liefert darüber hinaus auf den Standort und die geplanzten Sorten spezifische Düngeempfehlungen, um den Nährstoffeinsatz in der Wachstumsphase exakt und effizient zu managen.

Hierbei handelt es sich um einen optischen Sensor, der das von den Pflanzen reflektierte Licht im sichtbaren und im Infrarotbereich misst. Anhand der Komponenten Chlorophyll und Biomasse wird so der Ernährungszustand der Pflanzen gemessen und zeigt sofort an, wenn eine Unter- oder Überversorgung vorliegt.

Für eine exakte Messung reichen bereits fünf bis zehn Einzelmessungen á 20 Sekunden quer zur Saatrichtung. Inklusive Kalibrierung des N-Pilot dauert der Messvorgang nicht länger als 15 Minuten. Damit erfährt man ohne großen Aufwand, wie viel Stickstoff von Boden, Vorfrucht und Dünger bereitgestellt und aufgenommen wurden.

Exakte Verortung

Ausgehend von den Messungen direkt vor Ort liefert das Gerät sofort Empfehlungen für eine standortspezifische und bedarfsgerechte Dosierung von Pflanzennährstoffen im jeweiligen Messgebiet. Die Referenzzone, das Produktionsziel, Chlorophyllgehalt und Biomasse sowie die Getreidesorte und das Entwicklungsstadium sind jene Variablen, mit denen der N-Pilot den Stickstoffbedarf in den einzelnen Wachstumsphasen berechnet.

Da es dabei bereits auf geringen Entfernungen zu großen Schwankungen kommen kann, vermerkt der N-Pilot mittels Georeferenzfunktion exakt die Stelle, wo gemessen wurde. So wird der Stickstoffbedarf auch für kleinere Flächen dokumentiert und jede einzelne Messung gespeichert.

Zusätzlich können diese Daten via App auf dem Smartphone oder mittels Benutzerkonto auf der N-Pilot-Webseite verwaltet werden. Durch diese digitale Verbindung ist der N-Pilot auch in der Lage ein jährliches Update durchzuführen, dass neu zugelassene Sorten in seinen Speicher aufnimmt.

Derzeit ist der N-Pilot vor allem für den Getreideanbau geeignet – insbesondere für den Anbau von Raps, Winterweizen und -gerste. Aber auch Kartoffeln sollen bald ins System gespeist werden. Die Datenbank wird ständig um andere Kulturen und Programme erweitert.

Ein Beitrag für die Umwelt

Eine präzise dosierte Stickstoffzufuhr freut auch besonders die Umwelt, denn es gelangt auf diese Weise wirklich nur soviel in den Boden, wie notwendig ist. Das ist auch ganz im Sinne der EU-Nitratrichtlinie, die die Reduktion des Düngemitteleinsatzes fordert.

Mithilfe des N-Pilot gehört es der Vergangenheit an, einfach auf Verdacht große Flächen einheitlich mit Stickstoff zu düngen, was ohnehin weniger effizient und auch nicht im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft ist. Der N-Pilot lässt einen aber ins Gespräch mit seinen Pflanzen kommen. Statt also alles grob mit Dünger zu bestreuen, kann man mit dem Gerät fragen: „Darf ich nochmal nachschenken oder bist du schon bedient?“