Es gibt Abfälle, die es in sich haben: Lacke, Batterien, Leuchtstofflampen, TV- und Computerschrott, Pflanzendünger oder Medikamente. Sie alle fallen in die Kategorie „gefährliche Abfälle“ und gehören in die Problemstoffsammlung. Immerhin stellen ihre Rückstände ein Risiko für Mensch und Umwelt dar, da sie giftig, ätzend, leicht brennbar oder anderweitig gesundheitsgefährdend sind.

Industrie- und Gewerbeabfälle

Allein in Österreich fallen jährlich rund 1,3 Millionen Tonnen an gefährlichen Abfällen an. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl sind das rund 155 Kilogramm gefährlicher Abfall pro Person und Jahr. Der Großteil davon entsteht allerdings nicht in den Haushalten, sondern in Industrie- und Gewerbebetrieben.

Dort werden gefährliche Stoffe für bestimmte Verarbeitungsprozesse benötigt. Dazu zählen etwa Säuren, Beizen, Laugen sowie Restprodukte wie Filterstäube, Schlämme oder verbrauchte Laborchemikalien. Auch mit Öl, Lösungsmitteln oder Schmiermitteln verunreinigte Industrieabwässer machen einen erheblichen Teil aus.

Abfallbeseitigung als Herausforderung

Das heimische Abfallwirtschaftsgesetz regelt, was gefährliche Abfälle sind und wie damit umzugehen ist. Die Entsorgung von solchen Abfällen ist eine große Herausforderung. Sie basiert auf ausreichendem Wissen, Erfahrungswerten und einer ausgereiften technischen Infrastruktur. Transport, Lagerung und Recycling unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften. Da es viele unterschiedliche gefährliche Abfälle gibt, werden sie zuerst in Zwischenlagern gesammelt und in der Folge von spezialisierten Unternehmen entsorgt.

Rohstoffquellen und Ersatzbrennstoffe

Gefährliche Stoffe können im Rahmen der Entsorgung zu neuen Rohstoffquellen werden. Beim Recycling, auch stoffliche Verwertung genannt, werden Produkte so aufbereitet, dass sie erneut einsetzbar sind. Lösungsmittel werden beispielsweise redestilliert und Altöle in guter Qualität werden in Sekundärdestillerien zu Schmierölen recycelt.

Aus schwermetallhaltigen Schlämmen werden Metalle zurückgewonnen, aus Elektroschrott werden wertvolle Rohstoffe wie Kupfer oder Gold sowie Schadstoffe geholt. Gefährliche Abfälle können aber auch als Brennstoffe, etwa in der Zementindustrie, eingesetzt werden. Dazu werden Altöle, Lösemittel oder mit Öl verunreinigte Werkstattabfälle von unerwünschten Bestandteilen befreit und zerkleinert.

Verbrennung und Deponierung

Nicht mehr einsetzbare Stoffe werden verbrannt oder deponiert. Bei der Sondermüllverbrennung werden Abfälle mit gefährlichen Inhaltsstoffen wie Pestizide oder Altfarben bei sehr hohen Temperaturen in Spezialanlagen vernichtet. Andere gefährliche Abfälle wie etwa Filterstäube aus Müllverbrennungsablagen müssen unterirdisch deponiert werden.

Da es in Österreich keine geeigneten Anlagen gibt, werden sie ins Ausland gebracht – jedoch ausschließlich in Länder, die gleichwertige Energiestandards haben. In Deutschland werden gefährliche Abfälle etwa in unterirdischen Salzlagerstätten endgelagert.