Die Begriffe Smart Factory und Industrie 4.0 sind seit geraumer Zeit in aller Munde. Intelligente Produktionen arbeiten vollautomatisiert an Produkten und lenken so Waren durch Fertigungshallen. Solche Fabriken sind digital vernetzt, kommunizieren intern und extern mit Stakeholdern und werden dem Just-In-Time-Anspruch gerecht.

Warum also könnte nicht auch der Gebäudebetrieb einer Immobilie von Industrie 4.0 abgeleitet werden und daran Anleihe nehmen? Genau das geschieht vermehrt an vielen Ecken der Welt. Um ein Smart Building entstehen zu lassen, müssen jedoch Gebäude „sprechen“ lernen und Zustände sowie Messdaten verarbeitet und intelligent genutzt werden.

Menschsein 4.0

Das ist aber erst die halbe Miete: Am Ende des Tages ist es der Mensch im Gebäude, für den alle Aktivitäten gesteuert werden. Somit sind auch der Mensch und all seine Bedürfnisse in den logischen Ablauf des Gebäudebetriebs einzubinden. Via Sensoren werden Nutzungs- und Zustandsinformationen gesammelt und verarbeitet.

Somit werden Serviceleistungen für den Gebäudebetrieb angesteuert und über Big-Data-Lösungen intelligent verarbeitet. Lean Methoden aus der Industrie 4.0 stehen dabei Pate.

Im Idealfall passiert das sogar unter Einbindung von externen Quellen wie Wettervorhersagen oder anderen Quellen, welche alle zentral erfasst und verarbeitet werden. Machine-Learning wird aufgesetzt und sollte abschließend die Möglichkeit eröffnen, Ablaufmuster in Gebäuden zu erkennen (Verhalten, Rituale, Zeitabläufe etc.) und das Gebäude zu steuern bzw. Services nach Bedarf einzusetzen.

Konsequenzen

So könnte vermieden werden, dass Meetingräume unnötig gekühlt werden, ohne dass ein Meeting darin stattfindet, oder jeden Tag jeder Raum gereinigt wird, obwohl er nicht genutzt wurde. Werden solche Technologien Arbeitsplätze im Facility Management reduzieren? Nein, wohl nicht.

Neue Technologien öffnen eher Fenster für neue Arbeitsbilder und schaffen anspruchsvolle Jobs. Genauso wie die Dampfmaschine seinerzeit keine Arbeitsplätze gekostet hat, wird es sich auch im Facility Management mit dem Einsetzen neuer Technologien verhalten. Also, keine Angst, sondern offen an die Sache herangehen.

Am Ende wird es nicht mehr um das stupide Abarbeiten von Services gehen, sondern darum, das Arbeiten in einem Gebäude zum Erlebnis für den Menschen zu machen. Wenn das gelingt, dann sind wir dem Facility Management 4.0 sehr nahe.