„Industrie 4.0“ lautet das Zauberwort, von dem man sich in der Wirtschaft derzeit viel erhofft: Schließlich ist zu erwarten, dass, wie in allen Lebensbereichen, hier der digitale Wandel für weitreichende Veränderungen sorgen wird. Jedoch ist davon auszugehen, dass in der intelligenten Fabrik von morgen nicht nur die Produktion hypervernetzt und entsprechend automatisch von statten gehen wird.

Auch vor der Anlagenverwaltung wird dieser Fortschritt nicht halt machen – somit soll ebenso das Facility Management in Zukunft smart werden.

Die moderne Technik hat hier aber bereits vor einer Weile Einzug gehalten: Schon länger behelfen sich Facility Manager des Computers, um die Bereiche, für die sie zuständig sind, effizient zu verwalten: Wichtige Daten für den Gebäudebetrieb werden gesammelt, dokumentiert, aufbereitet und dienen den jeweiligen Fachkräften und den verantwortlichen Personen als wichtiges Informationsmaterial für die Optimierung und Organisation der Abläufe.

Die schlaue Kantine

Dabei will man es in Zukunft nicht belassen. Im smarten Facility Management soll die Infrastruktur selbst noch viel aktiver werden. Das kann in der Zukunft durch den verstärkten Einsatz von Robotern erreicht werden oder durch eine weitreichende Personenerfassung, die die Verwaltungsabläufe beeinflusst: So ist zum Beispiel denkbar, dass der Kantinenbetrieb abgestimmt wird auf die Anzahl der Vegetarier, die sich im Gebäude aufhalten.

Der Wartungs- und Reinigungenbedarf soll künftig von Sensoren ermittelt werden.

Das ist aber noch Zukunftsmusik - bei dem Einsatz anderer Technologien ist man da schon weiter. Im Fokus der nächsten Zeit wird wohl vor allem die vorausschauende Instandhaltung stehen. Die in vielen Gebäuden bereits integrierte Sensorik soll nun nicht bloß zur Überwachung der internen Bewegungen und zur Aufzeichnung von für die Organisation interessanten statistischen Werten dienen und entsprechend ausgebaut werden.

Vielmehr sollen solche Detektoren bald akut Situationen erkennen, in denen Handlungsbedarf besteht und diese sofort der dafür zuständigen Abteilung melden. Das könnte das traditionelle Facility Management weitgehend verändern: Wartungen und Reinigungen werden dann nicht mehr nach Zeitplan, sondern nach akutem Bedarf durchgeführt.

Preisverfall der Sensoren

Im besten Fall kommt es dabei im technischen Bereich aber gar nicht erst zu Störfällen, weil die Sensorik bereits rechtzeitig vorher erkennt, wenn mit einer Reparatur eingeschritten werden muss. So lassen sich auch Betriebskosten senken, ohne dass das mit weniger effizienten Abläufen bezahlt werden muss.

Und derartige Technologien werden eher heute als morgen verstärkt zum Einsatz kommen: Die Preise für solche Sensoren sind in den vergangenen paar Jahren gesunken und durch die wachsende Nachfrage steigt bei den Entwicklern der Innovationsdruck.

Grundsätzlich erhoffen sich Facility Manager von diesen Technologien das Ende starrer Abläufe und flexiblere Handlungsmöglichkeiten – auch im Blick auf die Wünsche der Kunden: Durch transparente und interaktive Datensysteme kann auch auf Einwürfe der Auftraggeber schneller und gezielter reagiert werden.