Unsere heimischen Wälder vereinen Tradition und Innovation – als vielfältiger Lebensraum und zugleich wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die im Mai 2016 von insgesamt 85 Organisationen verabschiedete Österreichische Waldstrategie 2020+ hilft, die heimischen Wälder effektiv zu schützen und ihre vielseitigen Leistungen langfristig sicherzustellen. Nachhaltige Bewirtschaftung ist dabei der oberste Leitgrundsatz.

Dies ist sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht von enormer Bedeutung: Der Bedarf an Holz steigt weiterhin an, neben der Rohstoffversorgung gewinnt auch die energetische Verwendung der Waldbiomasse an Bedeutung. Die weltweite Verknappung der natürlichen Ressourcen, die Energiewende und der Wunsch nach einer ressourcenschonenden, zukunftstauglichen Ökonomie stellt den Forst- und Holzsektor vor große Herausforderungen, bietet ihm aber auch neue Chancen.

Starke Wirtschaft

Österreich ist beinahe zur Hälfte mit Wald bedeckt. In unserem Land beziehen rund 300.000 Menschen in über 172.000 Betrieben ihr Einkommen aus der Wertschöpfungskette Forst, Holz, Platte und Papier. Sie erwirtschaften einen Produktionswert von rund 12 Milliarden Euro.

Neben dem Tourismus ist unsere Forst- und Holzwirtschaft mit einem Exportüberschuss von ungefähr 3,5 Milliarden Euro der wichtigste Devisenbringer – unter anderem als sechstgrößter Nadelschnittholzexporteur der Welt. Österreichisches Know-how in den Bereichen nachhaltige Waldbewirtschaftung und Schutz vor Naturgefahren ist weltweit gefragt.

Die Innovationskraft unserer Forst- und Holzwirtschaft ist ein internationaler Wettbewerbsvorteil und stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich. Eine moderne Infrastruktur und das außergewöhnliche Fachwissen in den Unternehmen bilden dafür die beste Grundlage. Unsere Betriebe zählen auf internationaler Ebene zu den erfolgreichsten Vertretern ihrer Branche.

Die Holzindustrie ist ein äußerst vielfältiger Wirtschaftsbereich und umfasst die Säge-, Bau-, Platten-, Möbel- und Skiindustrie. Der Großteil der rund 1.400 Betriebe ist klein- oder mittelbetrieblich strukturiert und befindet sich fast ausschließlich in privater Hand. Auch die Papier-, Zellstoff- und Faserindustrie sorgt für tausende Arbeitsplätze und Erfolge im Außenhandel. Jährlich werden 5 Millionen Tonnen Papier produziert, 85 Prozent davon werden exportiert.

Saubere Umwelt

Ob als Rohstoff für Holzprodukte oder als Energieträger – durch die nachhaltige Verwendung von Holz können wir große Mengen an fossilen Rohstoffen einsparen. Langlebige Holzprodukte speichern über längere Zeiträume Kohlenstoff. In Österreichs Wäldern sind rund 985 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden – davon 41 Prozent in der Biomasse und der Rest im Boden.

Zusätzlich können durch die Verwendung von Holzprodukten andere Erzeugnisse substituiert werden, für deren Herstellung oft ein Vielfaches an fossiler Energie eingesetzt werden müsste. Sogar bei der Verbrennung von Holz besteht ein wichtiger Unterschied zu den fossilen Rohstoffen: Holz wächst nach.

Der Anteil von Holz an den erneuerbaren Energieträgern liegt bei 47 Prozent.

Der Wald ist ein absolutes Multitalent. Er bietet Tieren und Pflanzen einen einzigartigen Lebensraum und den Menschen saubere Luft, erneuerbare Ressourcen, Schutz vor Naturgefahren und einen Ort der Erholung. Unser Land braucht stabile und gesunde Wälder. Sie sind für ganz Österreich von unschätzbarem Wert – ökologisch, wirtschaftlich und sozial. Wir müssen uns ihrer enormen Bedeutung bewusst sein und verantwortungsbewusst mit den natürlichen Ressourcen umgehen. Nachhaltige Nutzung ist das oberste Gebot.