In einem Unternehmen geht es manchmal zu wie auf einem Ameisenhaufen. Unzählige Angestellte strömen auf ihrem Weg im Gebäude durcheinander. Gelingt es, dieses Gewusel so zu organisieren, dass trotzdem jeder auf dem schnellsten Weg sein Ziel erreicht, verbessert das die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen, erhöht die Gesamtproduktivität und sorgt durch eine effiziente Strukturnutzung auch für eine nachhaltige Arbeitsweise.

Situationsabhängig leiten

Sind die MitarbeiterInnen mit der Sensortechnologie des Hauses vernetzt, kennt das System das wahrscheinliche Ziel der Person und leitet vorab Maßnahmen ein, um die Person schnell zur ihrer Endstation zu bringen. Der Fahrstuhl etwa steht pünktlich für den Angestellten bereit und entspricht seinen speziellen Bedürfnissen – so muss ein Rollstuhlfahrer nicht auf eine für ihn passende, größere Kabine warten, da das System das bereits im Voraus berücksichtigt hat.

Jedoch beschränken sich smarte Lösungen zur Regulierung der Personenströme nicht bloß auf die Beförderung. Neben einem intelligenten Fahrstuhlsystem und automatischen Türen braucht es auch interaktive Zielleitsysteme, die die jeweilige Person nicht einfach nur immer auf die selben eingetrampelten Pfade schicken, sondern situationsabhängig über den schnellsten Weg informieren und entsprechend leiten. So stauen sich nirgends Menschenmengen und jeder kommt gut voran.

Intelligente Kommunikation

Dazu ist auch eine Technologie nötig, die die Wege in Echtzeit überwacht und analysiert sowie diese Daten an die Informationsträger der Leitsysteme, Beleuchtungsanlagen und Beförderungsmittel weitergibt, um jedem Mitarbeiter seinen idealen Weg bei Bedarf sofort transparent zu machen.

Solch eine Sensorik wartet auch alle Komponenten in Echtzeit: Reparaturbedarf kommuniziert das System vorab, sodass sich um betroffene Komponenten gekümmert wird, bevor sie kurzfristig ausfallen und dann für ein entsprechendes Durcheinander sorgen. Im smarten Gebäude soll schließlich niemand kopflos umherrennen.

Wenn Aufzüge mit Automatiktüren kommunizieren

 

Interview mit Gernot Schöbitz, Managing Director der KONE AG

 

KONE hat sich, wie der Firmenslogan verspricht, dem Personenfluss verschrieben. Was kann man sich darunter vorstellen?

Funktionierende Gebäude sind in hohem Maße davon abhängig, dass Personen und Güter reibungslos zirkulieren. Verglichen mit dem menschlichen Organismus, entspricht das dem gesunden Kreislauf. KONE fokussiert dabei auf die drei wesentlichen Systeme: Aufzüge, Rolltreppen und automatische Türen und Tore. Um Menschen effizient an ihre Ziele zu bringen, vernetzen wir diese Systeme und ergänzen sie um smarte Tools.

Wie wirkt sich in diesen Bereichen die Digitalisierung aus?

Die neuen KONE Lösungen haben wir in drei Richtungen weiterentwickelt. Erstens bieten wir unseren Kunden anstelle vordefinierter Wartungspakete die Möglichkeit, ihren eigenen ganz speziellen Vertrag zusammenzustellen. Zweitens setzen wir in unserer Kommunikation und Transparenz durch den Einsatz smarter Tools Standards. Unsere Kunden sind stets in Echtzeit über den Anlagenzustand informiert und mit KONE in Kontakt. Drittens, erkennen wir mit unseren 24/7 Connected Services Störungen bevor sie passieren. Das bedeutet für unsere Kunden die Verbesserung der Leistung, Verfügbarkeit und Sicherheit der Anlagen – rund um die Uhr.

Ab wann kann der Betreiber davon profitieren?

Wir haben dieses Programm bereits gestartet und nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung, um unsere Kunden noch besser zu unterstützen. Die Erkenntnisse und Analysen ermöglichen unseren Servicespezialisten die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden im Hinblick auf Reaktionsfähigkeit, Transparenz und Vorhersehbarkeit auf einem völlig neuen Niveau zu erfüllen. Wir nehmen die Mobilität unserer Kunden persönlich, weil der beste Aufzug alleine nicht genug ist.