Heutzutage bleibt kaum jemand sein Leben lang im selben Job bei nur einem Unternehmen. Weiterbildung ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Wer den Wunsch nach beruflicher Veränderung verspürt und seiner Karriere neuen Antrieb verleihen möchte, kann auch berufsbegleitend studieren.

Zulassungsbedingungen

Mit der allgemeinen Universitätsreife (Matura) kann ein Fernstudium angetreten werden. Aber auch AbsolventInnen eines dualen Ausbildungssystems (Lehrabschluss), Abgänger von berufsbildenden mittleren Schulen und Personen mit spezifischen beruflichen Qualifikationen können mittels Zusatzprüfung zugelassen werden.

Bei einem Fernstudium erarbeitet man sich die Lerninhalte in Eigenregie mithilfe der Studienmaterialien, die einem der Bildungsanbieter stellt. Die meisten Institute geben dabei eine grobe zeitliche Einteilung vor, indem sie zum Beispiel die Studienunterlagen monatsweise ausgeben oder Zwischenprüfungen durchführen. Für den persönlichen Austausch mit Lehrenden und Studienkollegen sind oftmals ein Online-Campus, Foren, Videokonferenzen sowie Online-Sprechstunden eingerichtet.

Bei einigen Fernstudiengängen besucht der Studierende auch Präsenzveranstaltungen. Diese finden in der Regel abends, am Wochenende oder als Block unter der Woche statt. Dabei können Fachkenntnisse vertieft und offene Fragen geklärt werden. Prüfungen legt man entweder direkt in einer Einrichtung des Anbieters oder am heimischen Computer ab.

Die Vorteile

Kaum ein anderes Studium kann derart flexibel gestaltet werden, sowohl zeitlich wie räumlich: Studierende haben die Freiheit, Ort, Zeit und Methodik ihres Studiums weitgehend selbst zu bestimmen. Da alle relevanten Unterlagen von Fernuni und Fern-Fachhochschulen gestellt werden, entfällt müßiges Mitschreiben. Aber: Man muss sich selbst motivieren und kann häufig nur online mit Kommilitonen in Kontakt treten.

Dennoch bietet ein Fernstudium gerade für Berufstätige und Eltern nicht zu unterschätzende Vorteile, da das Studium parallel zu Kind und Job absolviert werden kann. Ein Pluspunkt: In Österreich werden dieselben akademischen Grade verliehen wie eben bei einem regulären Vollzeitstudium. Während hingegen Vollzeitstudenten höchstens einer Nebentätigkeit nachgehen, können berufsbegleitende StudentInnen ihren Beruf beibehalten und verdienen weiterhin ein normales Gehalt.

In einigen Fällen sind ArbeitgeberInnen sogar bereit, ihre MitarbeiterInnen finanziell zu unterstützen und übernehmen beispielsweise die Studiengebühren oder die Kosten für Literatur und Lehrmaterialien. Außerdem ist ein Fernstudium in der Regel günstiger als das Studieren an einer herkömmlichen Uni: Regelmäßige Fahrtkosten sowie Semesterticket entfallen.

Auch ein Umzug in die Nähe der Hochschule ist nicht nötig. Außerdem müssen unter Umständen keine Studiengebühren gezahlt werden. Nicht zu vergessen: Der nebenberufliche Abschluss suggeriert zukünftigen Arbeitgebern, dass der Bewerber über Engagement, persönliche Belastbarkeit und ein gutes Zeitmanagement verfügt.

Türöffner Fernstudiumsabschluss

Bewerber mit Biss, die sich der Doppelbelastung Job und Studium gestellt haben, haben auch im späteren Berufsleben bessere Chancen. Allerdings – und das muss allen StudentInnen klar sein, die sich für ein Fernstudium entscheiden – wird das Privatleben kürzer kommen. Auch die Freizeitgestaltung wird vom Lernen dominiert.

Aber: Der Fernstudiumsabsolvent ist anderen BewerberInnen auf dem Arbeitsmarkt einen Schritt voraus. Nicht zuletzt empfiehlt man sich direkt für eine neue Position oder eine Beförderung, wenn man das Thema der Abschlussarbeit so formuliert, dass es auch für den Arbeitgeber interessant ist.