Die Ära der modernen Robotik beginnt mit der Veröffentlichung des Wortes „Robot“ im Buch des Schriftstellers Karel Capek im Jahr 1920. Der erste Industrieroboter wird 1954 bei der Firma GM in den USA eingesetzt. In Europa wird im Jahr 1973 ein Durchbruch in der Robotik geschaffen, - vor genau 40 Jahren.

Es ist interessant zu beobachten, dass in den 80-er Jahren die Abwanderung der Produktion in den Osten beginnt und gleichzeitig Industrieroboter zum Hauptbestandteil flexibler Automation werden. Seit der letzten Wirtschaftskrise 2008/09 wird aber wieder verstärkt in die Produktion und den Standort Europa investiert. Mit dem Begriff „Industrie 4.0“ wird ein neuer Schub der Forschungsaktivitäten in der Automatisierungstechnik geschaffen, um die Wandlungsfähigkeit und Flexibilisierung der heimischen Produktion zu erhöhen.

Bildung im Bereich Automation und Robotik

Mit der immer komplexeren Automation und Robotik steigt auch der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Von Bildungsinstitutionen werden neben hoher Qualität auch sehr gut ausgestattete Labors für eine praxisnahe Ausbildung und die Vermittlung von aktuellen Inhalten erwartet. Zudem wird eine aufrechte Kooperation mit der Industrie vorausgesetzt. Eine derartige Ausbildung von zukünftigen Spezialisten im Bereich der Automatisierungstechnik ist daher kostenintensiv.

Andererseits wird in der Ausbildung durchgehend ein Sparen vermeldet, was oft eine Kürzung von Unterrichtseinheiten, eine Veralterung der Ausstattung, Mangel an praxisnahen Projekten und insgesamt eine Verschlechterung der Ausbildung zur Folge hat. Die Akademikerquote anzuheben hat aber nur dann einen Sinn, wenn die Industrie auch mehr hochqualifizierte Mitarbeiter bekommt. Senkung der Qualität in der Ausbildung führt dazu, dass die Industrie unzufrieden mit den Absolventen ist und noch mehr in Zusatzausbildung investieren muss, Nebeneffekt: die Einstiegsgehälter fallen. 

 

„Mit der immer komplexeren Automation und Robotik steigt auch der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften.“

In Zukunft investieren

Die Vielfalt der FH Studiengänge bringt einigen Industriebranchen große Schwierigkeiten zukünftige Mitarbeiter mit einer passenden Qualifizierung zu finden. FH-Studiengänge der Automatisierungstechnik haben sich zu einer Plattform zusammengeschlossen um die Standardisierung in der Ausbildung zu den gefragten Spezialisten voranzutreiben. Die lokalen Plattformen der Automatisierungstechnik stärken besonders KMUs und einige Cluster und Vereine fördern Studierende und unterstützen die Kooperationen zwischen Bildungsinstitutionen und der Industrie.

Automation und Robotik sichert den Produktionsstandort Österreich. Daher sind die laufenden Forschungsförderprogramme auf Bundes- und Landesebenen im Bereich „Fabrik oder Produktion der Zukunft“ von enormer Bedeutung. Auch weitere Investitionen in die Ausbildung im Bereich der Automatisierung sind notwendig. Deshalb ist es ganz klar: das Sparen in der Bildung bedeutet einfach nur die Verlagerung der Kosten für die Ausbildung in die Industrie, was aber besonders die KMUs belastet.