„To boldly go where no man has gone before“, heißt es im Vorspann der berühmten Fernsehserie Star Trek. Die Crew des Raumschiffs Enterprise soll neue Welten entdecken, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Natürlich stehen in dem beliebten Science-Fiction-Werk abenteuerliche Entdeckungsreisen im Vordergrund, die in der Realität für die meisten Menschen nicht umzusetzen sind. Die Erde ist ein dicht besiedelter Planet, kaum ein Fleckchen davon ist unerforscht. Dennoch ist das Motto von Captain Kirk und seiner Crew auch für moderne Führungskräfte ein wertvoller Ansatz, den sie in ihrer Laufbahn immer bedenken sollten.

Bereits im Studium wichtig

Wer heute ein akademisches Studium absolviert, wird regelmäßig mit dem Thema Auslandsaufenthalt konfrontiert. Die Vielfältigkeit der Möglichkeiten ist mittlerweile kaum noch zu überblicken. Neben etablierten Programmen wie ERASMUS bieten die Universitäten längst diverse eigenständige Möglichkeiten, etwa durch fachspezifische
Studentenaustauschprogramme der einzelnen Fakultäten oder durch querfinanzierte Sprachförderungsmaßnahmen Auslandserfahrung zu gewinnen.
Die Zeiten, in denen die Netzwerke der Eltern und ein möglichst enges Verbleiben an der Konzernzentrale für den beruflichen Fortschritt entscheidend waren, sind also mit Sicherheit längst vorbei. Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums oder im Berufsleben zählt beinahe schon zum Must-Have einer erfolgreichen Karriere. Dabei sind die Möglichkeiten vielfältig: Neben den erwähnten Studentenaustauschprogrammen bieten Praktika oder Traineeprogramme oft gute Möglichkeiten, in fremde Arbeitswelten hineinzuschnuppern und so das eigene Gesichtsfeld zu erweitern.

Multinationalität als Erfolgsfaktor

Die Europäische Kommission ist stolz darauf, dass sie besonderen Wert darauf legt, ihre Teams und Arbeitsgruppen möglichst multinational zusammenzustellen. Als Grund wird angegeben, dass die verschiedenen Zugänge der Mitarbeiter, die aus ihren jeweiligen kulturellen und soziologischen Hintergründen resultieren, ein Ganzes ergeben, das größer ist als die Summe seiner Einzelteile. Aber auch im Heimatland kann es von Vorteil sein, etwa ein laufendes Projekt durch die Kenntnis anderer Denkansätze aus einem breiteren Blickwinkel betrachten zu können.

Finanzielle Vorteile durch Internationalität

Knapp zwei Drittel der österreichischen Führungskräfte haben während ihres Studiums oder ihrer beruflichen Laufbahn Auslandsaufenthalte absolviert. Davon waren rund 65 Prozent bereits während der Schulzeit weg, drei Viertel während des Studiums und über 90 Prozent während der Berufstätigkeit. Das legt nahe, dass viele mehrfach die heimischen Grenzen hinter sich ließen – ein untrüglicher Indikator, dass sich Internationalität im Lebenslauf bezahlt macht. Diverse Studien haben ergeben, dass Führungskräfte, die auf längere Auslandsaufenthalte während ihrer Karriere verweisen können, im Schnitt gut 15 Prozent höhere Einkommen zu verbuchen haben.
Gut die Hälfte haben Rotationen im eigenen Unternehmen nutzen können. Und: Fast drei Viertel gaben an, die Auslandserfahrung während Positionen im mittleren oder höheren Management erworben oder vertieft zu haben. Wir lernen daraus: Wer es während der Studienzeit verabsäumt hat, für den sind die Grenzen noch lange nicht verschlossen.

Zu guter Letzt: Warum ist das so?

Oft hört man: „Im Ausland lerne ich doch nichts, was ich daheim nicht auch kann“. Auch da widersprechen die Erhebungen: Wer im Ausland war, dem wird in beinahe allen Bereichen höhere Kompetenz zugesprochen. Neben naheliegenden Faktoren wie der Fähigkeit, mit unterschiedliche Persönlichkeiten und kulturelle Hintergründe zu berücksichtigen, vermitteln Auslandsaufenthalte eine zentrale unternehmerische Einsicht: Die besten Ergebnisse erzielt man nicht, wenn man perfektioniert, was man ohnehin gut kann, sondern wenn man seine Fähigkeiten in einem neuen Umfeld erweitert.