Holz als Rohstoff ist beliebt und wird für vielerlei Produkte verwendet. Damit die wirtschaftlich stark genutzte natürliche Ressource aber nachwachsen kann und Wälder nicht langfristig zerstört werden, gilt es, an einem Strang zu ziehen und einheitliche Standards in der Bewirtschaftung der Wälder zu befolgen. Denn gerodet und kaputt hinterlassen, nimmt sich die Wirtschaft selbst die Grundlage für ihren Erfolg und zerstört gleichzeitig die Lebensgrundlage von Ureinwohnern und vielen Tier- und Pflanzenarten.

Standards und Prinzipien gegen die Zerstörung der Wälder

Das FSC-Gütesiegel wird von internationalen, unabhängigen Zertifizierungsstellen an Unternehmen ausgestellt, die zehn weltweit gültige Prinzipien einhalten. Diese sind in einem internationalen Standard festgehalten, der garantiert, dass Holz- und Papierprodukte mit dem FSC-Siegel aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Er schreibt vor, dass die ökologischen Funktionen eines Waldes erhalten bleiben, vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten geschützt und die Rechte der Ureinwohner und der Arbeitnehmer gesichert und eingehalten werden müssen.

Mag. Thomas Kaissl
Bereichsleiter Umwelt & Wirtschaft, WWF Österreich

Zertifizierte Betriebe werden jährlich vor Ort von unabhängigen Gutachtern kontrolliert und die Ergebnisse öffentlich gemacht. Das ermöglicht es auch, Missstände in Unternehmen rasch zu erkennen und unverzüglich darauf zu reagieren – das kann bis hin zu einem Entzug des Zertifikates führen.

Gemeinsam für die Natur

Gegründet 1993 in Folge des Umweltgipfels von Rio ist FSC eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation. Sie fasst unterschiedlichste Interessensgruppen wie Unternehmer aus der Holz- und Forstwirtschaft, Umweltverbände, Gewerkschaften, Vertreter der Zivilgesellschaft und indigene Völker zusammen. Der WWF beteiligte sich von Beginn an als wichtiger Vertreter der Umweltsparte an der inhaltlichen Ausrichtung des Siegels und bemüht sich laufend, die bereits hohen geltenden Standards noch weiter zu verbessern. Durch die Inklusion so verschiedener Interessen und Standpunkte soll ermöglicht werden, dass das FSC Siegel in einer breiten Masse Akzeptanz findet und der Wald seine unterschiedlichen Funktionen weiterhin erfüllen kann, ohne langfristig zerstört zu werden. Dass das oft ein Balanceakt ist und auch Kritiker aufs Podest ruft, die meinen, dass bestimmte Interessen zu stark oder zu wenig ausgeprägt sind, ergibt sich dabei aus der Natur der Sache.

Zertifizierung auf dem Vormarsch

Weltweit gibt es immer mehr FSC-zertifizierte Waldflächen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber seit seiner Gründung stieg die weltweite Fläche an FSC-zertifizierten Wäldern stetig an. Fast 150 Millionen Hek-tar Wald in rund 80 Ländern wurden bis heute weltweit zertifiziert. Große Flächen zertifizierter Wälder befinden sich vor allem in Schweden, Russland, Kanada und den USA: Die Hälfte der FSC-zertifizierten Waldflächen weltweit sind deshalb boreale Wälder. Weitere 37 Prozent sind temperierte Wälder, die wir als Laub- und Laubmischwälder aus unseren gemäßigten Breiten kennen, und 12 Prozent der FSC-Waldflächen befinden sich in den Tropen.

Konsum überdenken

Der Schutz von Wäldern in ihrer Funktion als sensibles Ökosystem und Heimat einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt steht im Zentrum der Arbeit des WWF. Doch Holz- und Papierprodukte sind gefragt. Der WWF empfiehlt deshalb, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Dabei ist die effektivste und nachhaltigste Möglichkeit, Ressourcen zu schonen, seinen Konsum einzuschränken und Kaufentscheidungen abzuwägen. Oft lässt sich durch einen Besuch auf dem Flohmarkt oder einen (virtuellen) Gang zur Tauschbörse der Kauf von neuen Produkten verhindern. Manchmal sind es auch kleine Entscheidungen, wie der Verzicht auf das Drucken von Unterlagen oder ähnlichem, die zur Ressourcenschonung beitragen. Wenn es aber ein bestimmtes Produkt aus Holz- oder Papierwirtschaft sein muss, dann bietet das FSC-Logo dem Konsumenten die Möglichkeit, durch seinen Kauf den negativen Einfluss auf die Umwelt möglichst gering zu halten.